Machen Markenklamotten einen besseren und selbstbewussteren Menschen aus einem? Oder ist es eigentlich egal was auf dem kleinen fiesen Etikett steht, dass man ohnehin immer rausschneidet weil es kratzt und beißt? Diese Frage beschäftigt zahlreiche Menschen jeden Alters, die sich offen dazu bekennen entweder ein Marken Fetischist oder aber ein absoluter Gegner von Markenkleidung zu sein. So oder so hat nahezu jeder eine feste Meinung zur Markenkleidung und vertritt sie mehr oder weniger rigoros. Erstaunlich ist dabei, dass das Markenempfinden und die damit verbundenen Empfindungen sich keinesfalls nur auf junge Menschen projektieren lassen. Sondern so unglaublich es auch klingen mag, auch die ältere Generation ja sogar die Silberlocken Häuptlinge lässt sich immer wieder gerne von Markennamen beeindrucken und symbolisieren mit diesen auch immer gleich Qualität und Tragekomfort. Markenkleidung hat demnach durchaus seine Berechtigung, aber verändert sie einen Menschen wirklich?
Die meisten Menschen können sich gerade in Zeiten von Hartz IV und Arbeitslosigkeit keine Markenkleidung mehr kaufen. Das ist so. Punkt. Aus. Schluss. Denn wenn der Euro nicht einmal mehr zum Leben reicht und man am Ende des Monats auf Fleisch sowie Gemüse verzichtet und nur noch von Nudeln und Wasser leben muss, dann hat man sicherlich auch kein Geld für Markenkleidung übrig. Wobei es so kurios es auch klingen mag, durchaus auch Ausnahmen gibt die lieber nichts zu essen haben als auf ihre geliebten Labels zu verzichten. Glücklicherweise sind diese Ausnahmen allerdings rar gesät und sicherlich wird auch hier irgendwann die Einsicht kommen, dass Gucci und Co nun mal nicht zum Überleben reichen. Fakt ist auf jeden Fall, dass die meisten Menschen – es sei denn sie gehören zu den oberen Zehntausend- nahezu kein Geld für Markenkleidung übrig hat. Die Folge daraus wäre demnach das Millionen von Menschen schlecht sind. Quasi unendlich bittere Zeitgenossen, mit denen man einzig und allein aus dem Aspekt der Markenkleidung heraus, nichts zu tun haben sollte.
Ein Ding der Unmöglichkeit. Denn Menschen sind Menschen und Kleidung ist Kleidung. Nicht mehr und nicht weniger. Daher ist die Aussage das Markenleidung einen Menschen auszeichnet, schon einmal völlig indiskutabel und aus der Luft gegriffen. Was übrigens auch die zahlreichen Modediscounter und Modeketten bestätigen. Denn während eine Nobel Boutique nach der anderen schließen muss, sprießen die preiswerten Handelsgeschäfte wie Pilze aus den Boden und vermehren sich wie die Kaninchen. Nahezu überall gibt es mittlerweile Mode Billigmärkte und Modeläden die zum kleinen Preis durchaus attraktive Mode anbieten. Hier präsentieren dann oftmals auch namhafte Designer ausgewählte Stücke, denn auch diese haben längst erkannt, dass man von den oberen Zehntausend allein nicht leben kann und die Masse einfach kein Geld hat um beständig Markenkleidung zu kaufen.
Davon abgesehen und den Euro mal hinten angestellt, ist dieses Prädikat Markenkleidung tragen zu müssen, eigentlich sowieso schon überholt und altbacken. Denn der äußere Schein sagt nun einmal rein gar nichts über den Menschen persönlich aus. Rein theoretisch könnte man sich daher vom Scheitel bis zur Sohle in reines Gold hüllen, aber dennoch zum Davonlaufen animieren. Diese Tatsache, dass Kleidung eben doch keinen Menschen macht, ist glücklicherweise mittlerweile bei vielen Menschen angekommen wie man allein an den zahlreichen leger gekleideten Promis sieht die sich nicht scheuen für Billigläden Werbung zu machen und damit ihres teueres Image neu zu prägen. Getreu dem Motto- eine Marke ist man selbst und man braucht keine Markenkleidung um jemand zu sein. Ein Aspekt, der sicherlich auch irgendwann noch die letzten Markenfetischisten bekehren wird die dann erstaunt registrieren werden, was sich hinter zerfetzten Jeans und tätowierten Armen alles verbergen kann. Daher ist es sicherlich keine Schande, auf Markenkleidung bewusst zu verzichten und einfach das zu tragen was man möchte. Denn Mode macht man selbst, sie muss nie teuer sein aber sie muss immer zu einem selbst passen. Kurz gesagt, das Sein ist alles und der Schein ist nichts.
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